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Die Retroperspektive als 39. Ausstellung in der Reihe Kunst trifft Steuer würdigt das Lebenswerk von Karl Pfleger.

Holz war seine Leidenschaft. Hobby und Beruf zugleich. 1943 geboren machte er eine Ausbildung als Schreiner, die er als Meister abgeschlossen hat. Sein Herz schlug fürs Einrichten und Gestalten von Räumen. Den größten Teil seines Berufslebens führte er ein Einrichtungshaus. Seine Kreativität war bis zu seinem Tod 2025 ungebrochen. Gerade in den letzten Jahren entstand der Großteil der hinterlassenen Intarsien.

Intarsienkunst ist traditionellerweise verbunden mit geometrischen Mustern oder gegenständlichen Darstellungen. Es ging Karl Pfleger immer darum, die Maserung des Holzes, so wie es in der Natur gewachsen ist, in seinem Eigenwert wahrzunehmen, ganz im Sinne von Albrecht Dürer „Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur. Wer sie herausreißen kann, der hat sie."

Die künstlerische Idee besteht darin, aus verschiedenen Hölzern in Struktur, Farbe, Maserung und geschnitten Formen Lebendigkeit entstehen zu lassen: Kontrast, Tiefenwirkung, Spannung, Farbenspiel, gleichzeitig auch Harmonie, Symmetrie, Ausgleich und Geschlossenheit. Karl Pfleger legte seine Objekte bewusst interpretationsoffen an und war interessiert daran, was Menschen in den Intarsien sahen.

Mit den Intarsien schließt sich biografisch ein Bogen: Karl Pfleger hat viele Jahre Räume für Menschen geplant und eingerichtet, vom Teppich über Möbel, Gardinen, Lampen bis hin zu Deko-Accessoires. Intarsien sind gewissermaßen die Krönung und harmonische Abrundung der so geschaffenen Räume.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt der etwas 150 hinterlassenen Intarsien.

 

Matinee am 05.07.2026 um 11 Uhr  /  Ausstellung voraussichtlich bis Ende Oktober